Stimmphilosophisches zum Jahresausklang

Liebe Stimminteressierte,

wer mich kennt, der weiß: kommt die dunkle Jahreszeit, dann verschwindet Eva Loschky in ein fernes Land, lässt sich inspirieren, tankt neue Kraft und frische Energie, genießt ungestörte Zeit mit ihrem Mann, schaltet ab.

Dieses Jahr reisen wir nach Marokko: Berge, Wüste, Suqs, Kasbah, Königsstädte, Farben, Düfte, Sand…….Wer mir auf Instagram oder Facebook folgt, wird mit Bildern verwöhnt!

Tatsächlich macht es für mich wenig Sinn, im Dezember Seminare oder Einzelcoachings zu geben. Dieser Monat fühlt sich so übervoll an. Vieles soll im alten Jahr noch erledigt werden. Der graue Himmel, die ersten kalten Tage zehren an den Kräften, Erkältungen grassieren. Weihnachten will geplant sein. Was machen wir an Silvester? „Atemlos durch den Tag!“ Da gibt es keinen Raum für die Auseinandersetzung mit der eigenen Stimme und den Sprechgewohnheiten, mit der Körpersprache, die die Botschaft der Worte sabotiert. Da reicht es, wenn wir uns Zeit nehmen, um einen Spaziergang zu machen, um tief durchzuatmen!

Außerdem: 2020 gibt es genügend Angebote in meiner Akademie. Wer da sucht, der findet bestimmt genau das, was er/sie braucht,  vielleicht sogar eine Idee für ein Weihnachtsgeschenk – wer weiß!


Die Macht der Stimme in Gegenwart und Zukunft
Ich empfand viel Dankbarkeit, als ich im Oktober zwischen prominenten Redner*innen wie z.B. Richard David Precht auf dem Freiburger Mittelstandskongress einen Vortrag halten durfte. Mein neues Thema „Gesagt. Gehört. Gewonnen. Über die Macht der Stimme in Gegenwart und Zukunft“ bekam viel Beifall.

Für mich selbst öffnete die Auseinandersetzung mit der Stimme der Zukunft – und damit sind die Stimmen der Sprachassistent*innen und sprachbasierter Technologien gemeint – wirklich neue Horizonte. So freue ich mich 2020 auf die Zusammenarbeit mit Psychoakustiker*innen und Expert*innen der Künstlichen Intelligenz, um tiefer in die Brisanz der Stimme der Zukunft und die daraus folgenden Konsequenzen eindringen zu können. So lerne ich Neues und freue mich gleichzeitig, in meiner praktischen Arbeit, mein Wissen, Können,  meine lange Berufserfahrung weitergeben zu dürfen. Und in meinen Vorträgen Unternehmen für das neue alte Thema Stimme zu begeistern!

Übrigens: Ich war sehr beeindruckt von Precht’s Rede auf dem Kongress und empfehle Ihnen, sich eine Rede von ihm auf youtube anzuhören. Oder lassen Sie sich sein neues Buch: „Jäger, Hirten, Sammler  –  eine Utopie für die digitale Gesellschaft“ schenken!


Heart Chamber: An Inquiry about Love
Unsere Stimme, die nach außen geht, hat immer etwas mit Hören und Verstehen zu tun. Unsere inneren Stimmen, die nur wir selbst hören, übertönen manchmal die äußere Stimme und prägen unser Verhalten, unsere Haltung, unsere Emotion, unsere Worte, unsere Sprechweise und Körpersprache. Deshalb ist Arbeit mit der Stimme immer auch ein Blick in die Herzkammer.

Tief beglückend war es deshalb für mich, das allerinnerste einer Beziehung mit all den verschiedenen inneren und äußeren Stimmen in der grandiosen neuen Oper von Chaya Czernowin erleben und verstehen zu dürfen. Wunderbare Musik, ein überraschendes, nie gehörtes neues Sounddesign, intensive Sängerdarsteller*innen auf der Bühne, Klangträume. Love.


Der innere Schatten – ein unbequemer Wegbegleiter
Als ich am Tag nach der Uraufführung der Oper in der Küche meine Gartenquitten verarbeitete, hörte ich einen Podcast des Bayrischen Rundfunks, der mich so fesselte, dass ich Ihnen empfehle, diesen anzuhören  >>Podcast
Es geht darum, dass wir gewisse Aspekte unserer Persönlichkeit ins Licht stellen. Andere geraten so in den Schatten. Doch die verdrängten Anteile führen ein geheimnisvolles Eigenleben – und bergen ein ungeahntes Potenzial. Die bekannten Psychotherapeuten Matthias Jung und Verena Kast sprechen alltagsnah und lebendig über dieses allzu menschliche Thema. Und machen uns Mut, unsere Wegbegleiter kennenzulernen. Auf dass unser Potenzial weiter wächst. Ist das nicht eine schöne Aufgabe für das neue Jahr?


Ich möchte mich bei Ihnen allen bedanken für Ihre Offenheit, Ihr Vertrauen, für Ihre neuen Impulse und für die Zusammenarbeit! Mit dem nachfolgenden Gleichnis möchte ich meine Wünsche für 2020 ausdrücken.

Das Gleichnis von den zwei Wölfen
Ein alte Frau sitzt mit ihrer Tochter am Lagerfeuer und spricht: „Mein Kind, in jedem Menschen kämpfen zwei Wölfe. Der eine ist das Vertrauen, der andere das Misstrauen“ Die Tochter fragt: „Und welcher der beiden Wölfe gewinnt?“ Die Frau schweigt eine Weile. Dann sagt sie: „Der, den du fütterst.“

Ich wünsche Ihnen, dass Sie, dass wir alle den richtigen Wolf füttern. Denn wir spüren die Gefühle, die wir nähren! Ich freue mich auf ein Wiedersehen und wünsche Ihnen frohe Weihnachten und alles Gute für 2020!