3 Tipps, die du wissen solltest, wenn du online kommunzierst

Du kommunizierst täglich viel mit anderen Menschen, du hast viele Telefon- und Videokonferenzen. Miteinander reden gehört zu deinem Alltag wie die Butter zum Brot. Doch manchmal fühlt es sich für dich so an, als ob alle aneinander vorbeireden, einander gar nicht richtig verstehen. Nach solchen Konferenzen oder Gesprächen fühlst du dich innerlich leer. Vielleicht sogar missverstanden. Du möchtest das ändern und überlegst, wie respektvolle, wertschätzende und zielführende Kommunikation gelingt.

Ich möchte dir zu diesem Thema eine wahre Geschichte erzählen. Beachte: Jede Ähnlichkeit mit lebenden Personen ist rein zufällig.

Die Handlung

Die Sportlehrerin 

Die Sportlehrerin überlegt sich, wie sie ihre Schüler*innen, die mitten in der Vorpubertät stecken, in diesem endlosen Lockdown motivieren kann, sich zu bewegen. Sie entwickelt eine Aufgabe, die sie auch benoten wird:

Renne in dieser Woche 2,5 km! 
Schicke mir bis spätestens Freitag 16:00 Uhr einen Nachweis in Form einer PDF. 
Nur dann gibt es die volle Punktzahl.

Ihr Schüler Max

Max ist nicht der sportlichste unter den Schüler*innen. Sport ist alles andere als seine Leidenschaft. Doch zur Überraschung seiner Familie rennt er die 2,5 km. Er ist so stolz auf seine Leistung, dass er seiner Sportlehrerin von seinem Handy aus sofort ein Foto in Form eines JPEG’s als „Leistungsnachweis“ schickt. 

Die Sportlehrerin reagiert:

„Die Aufgabe gilt nur als gemacht, wenn ich ein PDF erhalte. Erst bei Abgabe eines PDF’s wird benotet“. 
Upps:
Sportunterricht versus Computerfertigkeiten?
Keine Anerkennung der sportlichen Leistung?
Kein Lächeln?

Max, unbekümmert:

Pfiffig wie Max ist, schickt er das JPEG an seine Mutter mit der Bitte: „kannste mal eben ein PDF draus machen?“ Drei Sekunden später hat er das PDF auf seinem Rechner und leitet es an seine Lehrerin weiter. Er entschuldigt sich dafür, dass er beim ersten Mal ein Foto geschickt hat. Ehrlich wie er ist, fügt er arglos hinzu, dass er seiner Mutter das Bild für die Umwandlung geschickt hat.

Die Sportlehrerin, empört:

„Wie kannst Du deine Mutter das PDF machen lassen? Es war deine Aufgabe, ein PDF zu erstellen. Das musst du dann auch selbst machen, eine App dafür aufs Handy laden usw. Deshalb gibt es 0 Punkte.“ 
Upps:
Wir sind im Sportunterricht, oder?

Ich frage dich

  • Seit wann ist es im Sport notenrelevant, ob der Leistungsnachweis als pdf oder als jpeg abgegeben wird?
  • Seit wann wird im Sport bestraft, wenn ein Schüler seinen Leistungsnachweis von jemanden, der das Tool dafür schon auf seinem Rechner hat, umwandeln lässt ins verlangte Format? 
  • Geht es nicht darum, 2,5km zu rennen?
  • Wo bleibt Anerkennung, Wertschätzung, Beachtung?

Die Moral von der Geschichte

Mich macht es sehr traurig, wenn Menschen einander keine Wertschätzung entgegenbringen. In meinen Augen ist das unsere allererste Pflicht, ist Anerkennung oberstes Gebot von uns allen im Umgang miteinander. Ich vermisse – gerade auch in der Onlinekommunikation – oft den respektvollen Umgang miteinander. Denn erst dieser verschafft uns Beziehung und Verbindlichkeit .

Zwischenbemerkung:
Ich habe in einem kostenlosen Ratgeber, den Du als PDF downloaden kannst, Empfehlungen und Tipps für Wertschätzung in der Kommunikation zusammengestellt. Wenn Dich der Ratgeber interessiert, dann klicke bitte hier

Wie die Geschichte ausgegangen wäre, wenn die Lehrerin wertschätzend reagiert hätte:

Neue Handlung

Die Sportlehrerin

„Super, Max, du hast  die 2,5 km geschafft!“ = Wertschätzung
„Du hast mir ein JPEG als Nachweis geschickt. Das reicht noch nicht. Ich brauche einen Nachweis als PDF. Ist das möglich? = ihr Wunsch

Max:

„Na klar, kriegen Sie noch heute“= neue Motivation

Die Lehrerin hätte viel Zeit gespart, die Kommunikation wäre wertschätzend und zielführend gewesen, Max hätte die Anerkennung seiner Leistung gefühlt, wäre bestärkt worden und motiviert, weiterzumachen. Er hätte etwas für die Zukunft gelernt: wie man konstruktiv und respektvoll miteinander kommuniziert!

Wertschätzung ist das Grundbedürfnis eines jeden Menschen

Der Kampf um Anerkennung ist für viele von uns eine großes, lebenslanges Thema und führt uns sehr oft zu ungesundem Stress und Frust. Der Kampf beginnt in der Regel schon im Kindesalter, die Schule verstärkt ihn durch ihre Fixierung auf Fehler und Leistung, im Beruf setzen Vorgesetzte – oft unbewusst – diese Form der Kommunikation fort und vertiefen die Wunde der Geringschätzung. Ein Teufelskreis. Lerne, ihn zu durchbrechen!

Hintergrund:


Noch bevor ein einziges Wort gesprochen wird, beeinflussen Stress und Emotionen unseren körperlichen Zustand. Wenn wir unter Stress stehen, sind einerseits bestimmte Schichten der Hirnfunktionen vorübergehend geschwächt. Unser Blickwinkel verengt sich, wir hören weniger gut, was andere sagen. Andererseits spannt sich auf der Körperebene die Muskulatur von Becken- und Bauchraum an. Wir verschließen uns körperlich, sind nicht mehr offen für das, was wir sehen und hören. Deshalb macht es tiefen Sinn, sowohl auf körperlicheres als auch auf mentaler Ebene zu handeln, um wirklich zu verstehen, was das Gegenüber sagt. Zu diesem Thema habe ich den Ratgeber „Wertschätzung in der Kommunikation“ geschrieben. Mit einem Klick auf den roten Button kannst Du ihn Dir als PDF schicken lassen:

Hier gebe ich Dir 3 Tipps für wertschätzenden Kommunikation

Tipp 1: 
Signalisiere Offenheit
Wenn dein Gegenüber spricht, entspanne deinen Bauch. Geh‘ in die Körpersprache von Offenheit und vermittle damit dem Sprechenden: „Ich höre Dir aufmerksam zu!“

Tipp 2:
Vergewissere Dich
Bevor Du antwortest, fasse kurz zusammen, was das Gegenüber gesagt hat oder stelle eine Verständnisfrage. Wenn die Situation für dich problematisch ist, versuche zu sagen, wie du dich fühlst. Im Anschluss daran gibst du deine Gedanken preis. So entsteht Akzeptanz und Verbindlichkeit untereinander.

Beispiel:
wie könnte die Mutter gegenüber der Lehrerin reagieren?

1. Zusammenfassung: „Ihnen ist es sehr wichtig, dass der Nachweis einer Leistung als PDF gesendet wird“ 
2. Verständnisfrage: „Ich möchte gerne verstehen, warum ein Bild, egal wie es gesendet wird,  als Nachweis nicht ausreicht. Ging es nicht um den Nachweis der sportlichen Leistung?“
3. Emotionale Klärung: „Ich hatte mich so gefreut, dass mein unsportlicher Sohn die 2,5km gerannt ist und bin enttäuscht, dass er jetzt wieder seine Motivation verloren hat.“

Tipp 3:
Sei ganz Ohr
Sowie du deinen Beitrag beendet hast, entspanne wieder den Bauch und sei wieder ganz Ohr für die Worte des Gegenübers.

Fazit:

Es macht tiefen Sinn, Kommunikation respektvoll zu gestalten. Wenn wir offen und zugewandt zuhören, danach kurz zusammenfassen, was unser Gesprächspartner gesagt hat, bevor wir weitersprechen, dann fühlt sich dieser wahrgenommen und wertgeschätzt. Er kann sich entspannen, lehnt sich zurück und ist bereit, dir zuzuhören und dich zu verstehen. Ihr bezieht euch aufeinander, schafft dadurch Nähe und Verbindlichkeit.

Wenn Menschen das Gefühl haben, dass du ihnen wirklich zuhörst, ist es wahrscheinlicher, dass sie dir Wertschätzung entgegenbringen und mit dir zusammenarbeiten. Wertschätzung ist das Grundbedürfnis von uns allen und somit das wichtigste Element einer erfolgreichen Kommunikation. 

Gerade im virtuellen Raum – sei es die Telefon- oder die Videokonferenz – brauchst dur sehr viel Achtsamkeit in der Kommunikation, damit du nicht vom „content“ überschüttet wirst und Beziehung auf der Strecke bleibt. Du hast es in der Hand, denn: wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus.

Wenn Du mehr darüber wissen willst, wie Du wertschätzend und respektvoll kommunizierst, dann schicke ich dir gerne meinen Ratgeber mit den 5 wichtigsten Schritten. Du kannst den Ratgeber gratis herunterladen. Den Link findest du hier:

Gefällt Dir der Artikel oder/und der Ratgeber? Hast Du Anmerkungen und Fragen dazu. Dann:

Schreibe einen Kommentar

2 Comments

Join the discussion and tell us your opinion.

Elke Brunnerreply
April 8, 2021 at 09:32

Danke, liebe Eva für diesen wertvollen Tipp. Ich fühle gerade Freude und werde mir einen Knoten ins Taschentuch machen, damit ich mich an dieses Gefühl erinnere, wenn ich im nächsten virtuellen Call bin und mich die Situation anfängt zu stressen. Herzliche Grüße

evaloschkyreply
April 8, 2021 at 11:17
– In reply to: Elke Brunner

Liebe Elke, es freut mich von Herzen, wenn Du mit meinen Tipps etwas anfangen kannst und virtuelle Calls für Dich dadurch lebendiger und entspannter werden. Ich glaube, wir alle brauchen eine klare innere Haltung zu der Art und Weise, wie wir kommunizieren möchten – online wie offline. Doch online verlangt dazu eine deutliche Disziplin der Umsetzung – letztendlich von allen. Da gibt es viel zu lernen, damit wir uns abends erfüllt statt innerlich leer fühlen. Vielen Dank für Deinen Kommentar und alles Gute für Dich Eva

Leave a reply

X
X