„Mach das Maul auf!“ – Warum?

Mach das Maul auf
„Mensch, der kriegt die Zähne nicht auseinander!“, „Die macht ihren Mund ja nie auf!“, „Der redet so leise, so undeutlich!“ usw. Solche Aussagen kennen wir alle, oder?
Dabei hat schon Martin Luther vor über 500 Jahren gesagt: „Mach das Maul auf, damit man Dir drauf schaut“. In diesem Satz liegt viel Wahrheit und ich finde, er ist in unseren aktuellen Zeiten wichtiger denn je. Denn einerseits geht es im übertragenen Sinne darum, dass wir uns trauen, unseren Mund aufzumachen, um unsere Meinung klar kundzutun. Denn: wer schweigt, macht sich schuldig!
Zum anderen geht es im wörtlichen Sinne darum, den Mund weit zu öffnen, um unsere Stimme laut erklingen lassen zu können. Warum das aus physiologischen Gründen wichtig ist und wie man das trainieren kann – davon handelt dieser Artikel.

Ihr Mund – Ihr Megaphon

Ihr Ausatem versetzt in Ihrer Kehle die Stimmlippen in Schwingung. Dadurch wird dieser in Schallwellen umgewandelt – in Ihre Stimme. Der Rachen- und Mundraum hat die Funktion eines Lautsprechers oder Megaphons:
Megaphon
Wenn Sie laut „Hallo“ rufen wollen, öffnen Sie automatisch Ihren Mund weit und verlängern zusätzlich das Megafon, indem Sie Ihre Hände um den Mund legen. Durch die Vergrößerung des Megafons gewinnen Sie Lautstärke. Machen Sie folgenden Test und vergleichen Sie die akustischen Ergebnisse:

  1. Sie rufen, so laut wie Sie können, „Haaallooo“ (Vorsicht: Mundwinkel entspannen)!
  2. Sie wiederholen diesen Ruf und legen dabei die Hände an den Mund (s. Titelbild). Lauter als vorher?
  3. Sie machen das nochmals, öffnen aber den Mund kaum und ziehen die Mundwinkel zu einem Lächeln. Merken Sie, wie sich die Stimme negativ verändert?

Letzteres passiert leider ständig im Alltag: Wir öffnen den Mund kaum, wenn wir reden. Deshalb werden wir leise und nuschelig, die Stimme bleibt sozusagen im Hals stecken. Dann haben wir oft eine Breitspannung in den Lippen, die sich auf unsere Stimmlippen überträgt. Die Stimme klingt dann höher und flacher. Beides Probleme, mit dem viele meiner Klienten kommen! Deshalb biete ich Ihnen in diesem Artikel ein Training an und rate Ihnen, einfach gleich mitzumachen. Noch leichter geht es, wenn Sie sich durch meinen >>Audiopodcast oder mein >>Hörbuch unterstützen lassen.

„Mach das Maul auf“

Ein Training in 6 Schritten
Tipp1
Die Klangvollen:  >>a,e,i,o,u<<

Bei allen Vokalen berührt der vordere Zungenrand den Innenrand der unteren Schneidezähne. Wenn sich die Zunge bei den Vokalen im Mund zurückzieht, verstopft sie wie ein Sektkorken Ihre Klanghöhle, sodass der Sekt – Ihre Stimme – nicht fließen kann, sondern im Hals stecken bleibt. Die Stimme klingt dann „knödelig“, siedringt nicht nach draußen.

Probieren Sie folgendes: Sie öffnen den Mund, sodass 2 Finger zwischen obere und untere Zahnreihe passen. Sie entspannen die Mundwinkel völlig. Ihr Mund bildet auf diese Weise ein längliches Oval. Sie lassen Ihren Mund unverändert offen, wenn Sie die Vokale >>aaaa<< – >>eeee<< – >>iiii<< miteinander verbinden >>aaaeeeiii<<. Der vordere Zungenrand berührt dabei konsequent die unteren Schneidezähne. Beobachten Sie, wie sich die Zunge beim >>e<< und beim >>i<< nach vorne wölbt und damit den Klangraum oberhalb der Kehle freigibt. Vorsicht: der Mund bleibt die ganze Zeit offen, die Mundwinkel entspannt. 5x

Probieren Sie das Gleiche mit >>aaaooouuu<<: geöffneter Mund, Zungenrand unten an den Schneidezähnen lassen, Bewegung der Lippen und der Zunge registrieren. Wieder bleibt der vordere Zungenrand im Kontakt mit der unteren Zahnreihe! 5x. Was entdecken Sie?

Tipp2
Der Mundöffner: >>a<<
Beim >>a<< haben wir die weiteste Mundöffnung und die entspannteste Zunge. Und können deshalb mit >>a<< am besten „das Mund-auf beim Reden!“ üben. Sprechen Sie ein paar Mal mit weit geöffnetem Mund und lauter Stimme: „Aha!“ Üben Sie nun folgenden Text auf die Weise: Sie verdoppeln das >>aa<< und werden beim zweiten >>a<< lauter. Ihre Zunge darf sich sogar ein bisschen nach vorne wölben: >>Herr von Haagen, daarf ich fraagen, welchen Kraagen sie getraagen, aals sie laagen, kraank aam Maagen im Hospitaal zu Kopenhaagen?<< Nehmen Sie nun Ihren eigen Namen, Ihr Geburtsdatum, Ihre Anschrift und sprechen Sie dies mit sehr guter Öffnung bei allen >>a<<, danach sagen Sie >>Guten Taag, maaine Daamen und Herren<< (beim >>i<< nur die Zunge vorwölben, Mund offen und Lippen entspannt lassen).
Üben Sie jeden Tag 5 Minuten (z.B. im Auto an der Ampel oder wann immer Sie auf dem WC sind), um sich an die Mundöffnung zu gewöhnen. Wie ändert sich Ihr Stimmklang?
Tipp3
Die Unterstützung: Massage
Nachts wachen wir auf und spüren, dass wir mal wieder mit den Zähnen geknirscht haben. Der Zahnarzt empfiehlt uns eine Aufbissschiene für die Nacht. Tags entdecken wir, dass wir die Zähne fest zusammenbeissen, wenn wir am PC sitzen. Wenn wir uns ärgern, schlucken wir den Ärger runter und pressen die Lippen aufeinander. Das Kiefergelenk schmerzt, wenn wir den Mund weit öffnen. Gönnen Sie sich deshalb öfter eine Kurzmassage, die den M. masseter, den großen Kaumuskel, entlastet und zugleich die Mundöffnung und das Sprechen leichter macht.

Und so geht´s: Sie legen Ihre Finger unterhalb des Jochbeins auf den M. masseter, den großen Kaumuskel. Massieren Sie kreisend, erst in die eine, dann in die andere Richtung, dann jeder Finger mit Einzelkreismassage. Anschließend drücken Sie die Finger fest gegen diesen Muskel und öffnen Ihren Mund weit. Sie lassen den Mund auf und wiederholen die gleiche Massage. Danach Mund schließen – Pause – Spüren. Jetzt legen Sie die Knöchel auf den Kaumuskel und führen die Massage auf die gleiche weise durch, erst bei geschlossenem, dann bei geöffnetem Mund.

Achtung: Die Zunge liegt während der ganzen Massage locker im Mundraum und berührt die unteren Schneidezähne. Anschließend folgen Sie allen eigenen Massage- und Bewegungsimpulsen und spüren nach! Was nehmen Sie wahr?

Tipp4
Uralt: „Pleuel“
Unsere Zunge ist der stärkste Muskel unseres Körpers. Wir schlucken ca. 2000x in 24 Stunden, 1x pro Minute. Wenn wir ein Bonbon lutschen, alle 20 Sekunden. Dabei leistet die Zunge eine Gesamtkraft von 4000 kilopond. Die Zunge –  ein richtiger unermüdlicher Schwerstarbeiter. Wie jeder Muskel braucht auch die Zunge ein sinnvolles Stretching. Leider gewöhnen wir uns im Laufe des Großwerdens das „Bääh“, das Zungerausstrecken vollständig ab (auch, wenn uns manchmal danach zu Mute ist). Im Yoga wird bei der Übung „Der Löwe“ die Zunge weit rausgestreckt – ein Stretching! In der Sprechtechnik finde ich die sogenannte Pleuelübung das effektivste Stretching für diesen Muskel. Gleichzeitig wird bei dieser Übung der Kehldeckel maximal aufgerichtet, was den Stimmklang wiederum verstärkt.
Sie öffnen Ihren Mund wie beim >>a<< knapp zwei Fingerbreit. Ihr vorderer Zungenrand legt sich innen gegen die unteren Schneidezähne. Nun wölben Sie die Zunge weit nach vorne und legen Sie langsam bei stetig geöffnetem Kiefer in die Mundhöhle zurück. Wiederholen Sie das 10mal sehr langsam und bewusst. Spüren Sie anschließend bei geschlossenem Mund nach. Diese uralte Übung macht nur Sinn, wenn wir sie langsam ausführen und der Mund konsequent offen bleibt. Was nehmen Sie wahr?

Machen Sie diese Übung vor wichtigen Gesprächen, Meetings, Sitzungen oder immer dann, wenn Sie mal wieder die Zähne fest zusammenbeißen und durchhalten!

Tipp5
Repräsentanten des Denkbereiches: >>n, l, d, t<<
Ihr Mund gibt Ihren Tönen die Form und verwandelt diese durch Bewegung von Kiefer, Lippen, Zunge etc. in die verschiedene Laute. Je präziser Sie die Bewegungen machen, desto klarer wird Ihre Artikulation, desto leichter kann man Sie verstehen. Ihre Zunge agiert dabei fein wie eine Kompassnadel. Überhaupt ist Ihre Zunge das höchste Sinnesorgan: denn nur sie erkennt Dreidimensionalität, nur sie findet „das Haar in der Suppe“. Die Wissenschaft hat entdeckt, dass „Sie nur so viel Fingerspitzengefühl, wie Sie Zungenspitzengefühl haben!“ – die Zungenmotorik ist der Körpermotorik übergeordnet. Trainieren Sie die Vielfältigkeit Ihrer Zungenbewegungen bei der Artikulation – Sie werden überrascht sein.

>>l<<
Sie öffnen den Mund 1-2 Finger breit wie zum >>a<<. Sie lassen ihn unverändert offen, wenn jetzt die Zungenspitze nach dem >>a<< für das >>llll<< hoch geht zum Alveolarrand (so nennt man den Wulst zwischen oberen Schneidezähnen un Gaumen) und dann wieder zum >>a<< runterfällt. Lassen Sie das >>l<< klingen. Sprechen Sie 5x: >>allah<<. Vorsicht: der Kiefer bleibt offen, die Zunge turnt alleine, halten Sie das >>l<< ein bisschen länger um die Zungenspitze zu kräftigen.

>>n<<
Sie öffnen wieder den Mund 1-2 Finger breit wie zum >>a<<. Wieder den Mund unverändert lassen, wenn jetzt die Zunge zum Alveolarrand geht, um den Laut >>n<< zu bilden. Lassen Sie das >>nnn<< mit geöffnetem Kiefer klingen. Üben Sie dann 5x die Silben >>anna<<. Vorsicht: Mund offen lassen, Kiefer hilft nicht! Nehmen Sie nun folgende Wörter: >>anna, ananas,<< – hier geht der Mund erst für das >>s<< zu, >>nah, lana, nele, lehne, linie, lohn, lohnen<<. Mund immer offen lassen, die Zunge macht das alleine! Genießen Sie den Klang des  >>n<<, spielen Sie mit dem Klang. Dadurch bringen Sie Ihre gesamten 8 Kopfhöhlen (u.a. die Nasennebenhöhlen, die Kieferhöhle) zum Schwingen – Schnupfen ade!

>>t,d<<
Für diese Buchstaben brauchen Sie etwas mehr Kraft in der Zungenspitze und etwas mehr Atem. Sprechen Sie wieder 5x mit geöffnetem Mund: >>ata<<, >>ada<<. Da wir für diese Buchstaben mehr Zungenkraft brauchen, neigen wir dazu, den Kiefer zu schließen. Machen Sie das nicht, trainieren Sie Ihre Zungenspitze. Nehmen Sie nun folgende Wörter mit geöffnetem Mund: >>tanne, tat, taler, laden, laterne, tadel, tante<<.

Kombination von Vokalen und >>l, n, t d<<
>>teller, daten, dattel, delta, dorn, dort, dotter, lallen, land, landen, latte, latein, leder, leine, leid, telefon (nach dem >>f<< sofort wieder den Mund öffnen), theater, ton, tot, toilette, lotto, nanu, natur, nett, nennen, niete, neun, nil, nitrat, note, nudel, null, denn, dienen, däne, danach, dohle, dollar, donau, donner<<. Machen Sie Pause, spüren Sie Ihre Zungenspitze! Wenn Ihr Kiefer wirklich nicht mitgeholfen hat, der Mund beim Sprechen offen geblieben ist, haben Sie super geübt!

Je besser die Zungenspitze am Alveolarrand „anklopft“, desto mehr regen Sie Ihr Denken an. Wenn auch in der Ruhelage die Zunge da oben liegt (also, wenn Sie nicht sprechen), regulieren Sie Ihre Atmung und den Lymphfluss. Darüber könnte ich Ihnen noch viel erzählen. Wollen Sie mehr wissen? Dann lassen Sie es mich einfach in Ihrem Kommentar wissen.

Tipp6
Die Repräsentanten des Willens: >>g, k, ng<<
Aufgrund von Mangelbewegungen, muskulären Schwächen, aber auch als Folge von Kiefer- oder Zahnregulation werden viele Konsonanten oft schwach oder nicht ganz korrekt gebildet. Bei den Lauten >>k, g, ng<<  ist der Kontakt der Zungenmitte mit dem Gaumen oft zu schwach oder zu weit hinten im Mund – die Artikulation wird ungenau und undeutlich. Eine aktive Zungenmitte regt den hinteren Teil der Zunge an und gibt dem Kehldeckel eine gute Aufrichtung, wodurch die Stimme besser nach außen dringt. Weiterhin werden durch eine kräftige Zungenmitte alle Bereiche, die mit der Zunge in Verbindung stehen, gestärkt: Lippen, Kiefer, Nasenwinkel, Zungenwurzel, Zungenbein. Ein Training der korrekten und kräftigen Artikulation der „Laute der Zungenmitte“ aktiviert den ganzen Mund und verbessert die Artikulation signifikant.

Sie öffnen Ihren Mund, etwa ein bis zwei Finger weit und lassen ihn während des Übens konsequent offen. Ihr vorderer Zungenrand berührt während der gesamten Übung die unteren Schneidezähne. Mit geöffnetem Mund – ohne den Unterkiefer zu bewegen – flüstern Sie jetzt kräftig und klar: >>aka<<. Spüren Sie bitte genau, wie sich die Zungenmitte für das >>k<< zum Gaumen hochwölbt und wo sie diesen berührt. Beim >>a<< fällt die Zunge wieder entspannt in den Mundboden. Wiederholen Sie das >>aka<< 5x und spüren Sie, wie sich die Zungenmitte hochwölbt und den Gaumen möglichst weit vorne berührt. Wenn Sie Ihren Gaumen in drei Drittel zwischen Oberkiefer und Zäpfchen einteilen würden, berührt die Zungenmitte den Gaumen im zweiten Drittel. Der vordere Zungenrand bleibt die ganze Zeit unbedingt in Kontakt mit den unteren Schneidezähnen. Sprechen Sie das >>aka<< auf diese Weise 10x. Schließen Sie dann Ihren Mund und nehmen Sie die Größe Ihrer Mundhöhle wahr.

Machen Sie das Gleiche mit >>g<< und mit >>ng<<:
Sprechen Sie >>aga<< und >>anga<<. Wenn Sie sich sicher fühlen und die Zunge ihren Platz gefunden hat, probieren Sie folgende Wörter. Sie lassen den Mund immer offen und beobachten, wie die Zunge turnt: >>kai, kakao, kikeriki, kakerlake, kakadu (beobachten Sie, wie sich die Zungenspitze für >>l, d<< an die obere Zahnreihe hebt), kakadu; kajak, gackern, geck, anger, enge, inge, hänger, hang<<.

Wenn Sie die Laute der Zungenmitte mit denen der Zungenspitze >>l, n, d, t<< in der Übung verbinden, können Sie jetzt viele verschiedene Wörter ausprobieren und trainieren. Denken Sie immer daran, dass Sie den Mund offen lassen: >>kalender, lange, langeweile (für das >>w<< nur kurz den Kiefer schließen, dann gleich wieder öffnen), lakai, langer lakai, kalk, kalt, kälte, kalkulation, kante, kantate, kanne, kanonade, kanon, kandidat, kantine, karte, katalog, kategorie, katheder, kegel, kentern, kette, keule, kind, kilo, galant, galerie, galgen, gang, gängeln, gegen, gedanke, hinken, gelände, genau, genug, klingen, lenken, länger, tang, eigentlich usw.<<

Meine Empfehlung

Wenn Sie die Laute der Zungenspitze und die Laute der Zungenmitte üben, den Kiefer in der Übung möglichst nicht mitbewegen und wenn Sie gleichzeitig wissen, dass bei allen Vokalen der vordere Zungenrand Kontakt mit der unteren Zahnreihe hat, dann haben Sie schon eine große Übungsauswahl an Wörtern. Wenn Sie einen Schritt weitergehen möchten, dann sprechen Sie einen kleinen Text in Zeitlupe und fühlen Buchstabe für Buchstabe und Laut für Laut die Lage Ihrer Zunge. Jetzt kann nichts mehr schief gehen: Sie öffnen den Mund und Ihre Zunge übernimmt bei den meisten Lauten die Führung. Indem Sie die Zungenbewegungen genau wahrnehmen und gezielt trainieren, wenn Sie sich auf diese Art „einsprechen“, werden Sie gehört und vor allen Dingen: verstanden!
Sie können all diese Tipps wunderbar nachhören bzw. mitmachen entweder im >>Audiopodcast oder in meinem >>Hörbuch „Mit der Stimme begeistern und überzeugen“. Ich bin sehr gespannt, wie Sie diese „orale Entdeckungsreise“ erleben und freue mich über einen Kommentar, eine Frage, einen Anruf.

Herzlichen Gruß

Eva Loschky

Beitrag teilen:
Share on FacebookTweet about this on TwitterShare on Google+Share on LinkedInEmail this to someone

2 Kommentare. Neuen hinterlassen

Hallo Frau Loschky,

danke für die Übung. Ich habe schon einiges mitgenommen. Eine Frage ist bei mir aber noch aufgetreten. In der Übung heißt es, dass man seinen Unterkiefer nicht bewengen soll. Gilt das denn auch beim normalen sprechen ?

Gruß
Vitalij Brandt

Antworten
Eva Loschky
2. Juni 2016 11:03

Hallo Herr Brandt,
vielen Dank für Ihre Frage – die ist wirklich wichtig! Bitte bewegen Sie den Unterkiefer. Im alltäglichen Sprechen sind wir oft „maulfaul“, d.h. wir bewegen den Unterkiefer und die Zunge zu wenig. Deshalb mein Übungsvorschlag, erstmal wieder zu lernen, den Mund weit zu öffnen (sprich: den Unterkiefer nach unten bewegen), damit der Mund wirklich das Megafon, der Lautsprecher für unsere Stimme ist, damit wir eine laute und klangvolle Stimme haben. Das heißt, öffnen Sie den Mund bei den Vokalen a,e,i,o,u immer 1 bis 2 fingerbreit. Bei den Lauten l,n,t,d,k,g,ng können wir den Mund gut geöffnet und die Zunge präzise „turnen“ lassen. Das garantiert die laute klangvolle Stimme. Stellen Sie sich einfach einen Sänger vor, wie weit er doch den Mund öffnet (Mick Jagger von den Stones wirbt ja sogar damit!).
Bei allen anderen Lauten als die oben genannten bewegt sich der Unterkiefer selbstverständlich von selbst in die richtige Position.
Übrigens: beim sorgfältigen Kauen bewegen wir den Unterkiefer optimal – das braucht er. Leider sitzen wir nur viel zu viel mit zusammengebissenen Zähnen vor dem Computer oder gehen auch sonst so durch das Leben. Das ist schade, denn dadurch nehmen wir uns Kraft weg!

Ich hoffe, mein Kommentar ist hilfreich, wenn nicht, fragen Sie bitte weiter!
Einen schönen tag noch und herzlichen Gruß
Eva Loschky

Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.