Heiser! Was nun? – 10 Tipps

Heiserkeit - was nun?
Herbst – die Sonne versteckt sich, Nieselregen setzt ein, alles grau in grau: Brrrh, nasskaltes Wetter! In der S-Bahn, im Bus, im Büro – alle zücken ihre Taschentücher, niesen und husten. Viele klagen über Halsschmerzen und Heiserkeit. Doch was können Sie dagegen tun? Ich möchte Ihnen 10 Tipps geben, wie Sie besser über die Runden kommen!

1. Kein Räuspern, kein Flüstern!

Räuspern Sie sich auf keinen Fall und flüstern Sie nicht! Denn das strengt die Stimmlippen stärker an als das Sprechen. Wenn Sie Schmerzen beim Sprechen haben, so ist meistens der Kehlkopf entzündet. Am besten: verzichten Sie drei Tage ganz auf den Stimmeinsatz. Gönnen Sie sich eine „stimmliche Auszeit“. Im Onlinezeitalter ist das nicht schwer. Sie können per E-Mail, SMS oder WhatsApp schreiben. Oder Sie greifen nach langen Jahren mal wieder zum Füller.

2. Kein Aspirin!

Nehmen Sie keine aspirinhaltigen Mittel. Durch den Blutverdünnungseffekt ist die Gefahr einer Stimmlippenschleimhautblutung sehr groß.

3. Gurgeln Sie!

Gurgeln Sie mehrmals täglich mit Natursubstanzen. Das sind z.B. Salbeitee, Eibischtee oder eine milde Salzlösung. Starke antiseptische Gurgelmittel zerstören die Mundflora.

4. Lutschen Sie Pastillen!

Lutschen Sie Pastillen mit Mineralsalzen. Sie regen den Speichelfluss an und die Salze helfen bei der Regeneration der Schleimhäute (z.B. Emser Pastillen). Bonbons mit Zucker stören den Säure-Basen-Haushalt der Mundhöhle.

5. Regen Sie den Speichelfluss an!

Kaffee, schwarzer und grüner Tee, Red Bull, Rauchen und Alkohol trocknen die Schleimhäute zusätzlich aus. Trinken Sie deshalb lieber viel heißes Wasser mit Ingwer, Zitrone und Honig. Essen Sie viel frisches Obst und kauen Sie genüsslich: Vitamnin C stärkt und das Kauen intensiviert den Speichelfluss.

6. Inhalieren Sie!

Inhalieren Sie 3x täglich für zehn Minuten! Ich empfehle Ihnen einen Aktiv-Inhalator, den es in jeder Apotheke gibt. Er sieht wie eine kleine Pfeife aus. Man nimmt ihn zwischen die Zähne, atmet über die Pfeife durch den Mund ein und durch die Nase wieder aus. Die Flüssigkeit wird dabei nicht in den Mund hochgezogen. Durch die heilende Lösung wird die Atemluft angereichert mit Stoffen, die die Kehle pflegen. Lassen Sie sich folgende Inhalationslösung (bewährtes Rezept aus der Charité Berlin) mischen: 1% Tacholiquin (10ml), Prospan (10ml), Dexpanthenol (0,05ml), 0,9% NaCl (200ml).

7. Vermeiden Sie ätherische Öle!

Benutzen Sie beim Inhalieren keine ätherischen Substanzen (Pfefferminzöl, Eucalyptusöl etc.) und vermeiden Sie Tees und Bonbons mit ätherischen Ölen. Diese reizen Ihre Schleimhäute zusätzlich.

8. Gehen Sie zum Phoniater!

Hält die Heiserkeit länger als fünf Tage an, rate ich Ihnen, unbedingt einen Phoniater aufzusuchen. Phoniater sind auf die Stimme spezialisierte Hals-Nasen-Ohren-Ärzte, die die Ursache Ihrer Heiserkeit am besten herausfinden können. Gründe dafür können sein:

  • Die Stimmlippen haben aufgrund falscher Sprechtechnik dauerhaft zu starke Spannung, sodass die Stimme leicht gepresst klingt. Bei längerem oder lautem Reden reagiert die überanstrengte Stimmlippenmuskulatur und die Stimmlippen schwingen weniger und schließen nicht mehr. Das Ausatmen wird dann in der Kehle nicht mehr optimal in Schallwellen, also in Stimmklang umgewandelt und man spricht heiser.
  • Die Immunabwehr kann geschwächt sein und ein Infekt kommt: Die Stimmlippen sind entzündet und können nicht gut arbeiten. Dann signalisieren die Stimmlippen, dass sie auch mal eine Pause brauchen.
  • Auch ein Reflux kann die Ursache für einen Streik der Stimmlippen sein. Während des Schlafs fließt Magensäure unbemerkt in den Kehlkopf. Das kann chronische Entzündungen und Schleimfehlbeschaffenheit (Dyscrinie) auslösen. Dadurch entsteht Heiserkeit und Stimmveränderung. Reflux ist sehr weit verbreitet, ca. 40 Prozent aller vom Arzt diagnostizierten Kehlkopfentzündungen beruhen darauf.
Wenn Sie mehrere Male im Jahr oder oft nach Sprechbelastungen heiser werden, wenn Sie am Abend oft stimmlich angestrengt sind, dann sollten Sie unbedingt Ihre Stimme trainieren. Ein guter Stimmtrainer hilft Ihnen hier weiter. Um sicherzugehen, dass er auch wirklich der Richtige ist, achten Sie auf seine Qualifikation und die Referenzen.

Wenn Sie unsicher sind, was Sie am besten tun können, dann vereinbaren Sie mit meiner Mitarbeiterin Frau König einen Telefontermin mit mir und ich helfe Ihnen gerne weiter: 0152 277 688 42. Ich wünsche Ihnen eine erkältungsfreie Zeit und freue mich über Ihre Tipps zum Thema und Ihren Kommentar!

Herzlichen Gruß
Eva Loschky

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